Ich bin nun schon zwanzig Jahre im Internet und somit auch im Web unterwegs. In den letzten Jahren bemerke ich eine Entwicklung, die mir nicht gefällt. Das Web verändert sich. Währnd wir vor einigen Jahren noch eine Vielzahl von Websites genutzt haben, konzentrieren sich die Aktivitäten vieler Menschen im Web mittlerweile auf einige wenige Anbieter sozialer Netzwerke, vornehmlich Facebook. Man informiert sich überwiegend über die Timeline seiner Freunde. Twitter nutzen auch noch sehr viele aktiv, Google+ schon wesentlich weniger. Auch in anderen Bereichen des Internet sieht es nicht besser aus. Mobil etwa chatten die meisten über WhatsApp, das es mittlerweile auch als Desktop-Anwendung gibt – und das inzwischen Facebook gehört.

Mit anderen Worten: Die Nutzung des Webs konzentriert sich mehr und mehr auf einige wenige Monopolisten. Und diese Monopolisten versuchen natürlich, ihre Macht auszubauen, wie etwa Facebook, das mit einigen Zeitungen vereinbart hat, dass bestimmte Artikel nur noch über das soziale Netzwerk veröffentlicht werden sollen. Die Politik tut das Ihrige dazu und stellt immer wieder die Netzneutralität, also die Gleichbehandlung aller Anbieter im Netz, zugunsten von Monopolisten infrage. Der Datenschutz wird zugunsten der Großkonzerne ausgehöhlt oder von diesen gar nicht erst beachtet.

Wie sehr wir uns im Web mittlerweile auf Monopolisten verlassen, zeigt eindrücklich die Tatsache, dass googlen schon lange ein Synonym für die Benutzung einer Suchmaschine ist. Alternative Suchmaschinen sind derart bedeutungslos, dass viele Menschen offenbar gar nicht mehr auf die Idee kommen, eine andere zu benutzen.

So, wie das inzwischen läuft, haben sich Tim Berners-Lee und andere Pioniere des WWW das sicherlich nicht gedacht. Das Web war mal als „wide-area hypermedia information retrieval initiative aiming to give universal access to a large universe of documents“ gedacht, wie Berners-Lee auf der allerersten Webseite schrieb. Das „große Universum an Dokumenten“ ist zwar theoretisch immer noch vorhanden und wächst auch weiter. Aber es wird von vielen nicht (mehr) so genutzt, wie es gedacht war. Und noch weniger Menschen tragen selbst etwas dazu bei, dass dieses Universum größer wird.

Zugegeben, mit den gestiegenen Möglichkeiten, Inhalte zu erstellen, beteiligen sich auch mehr Menschen an der aktiven Gestaltung des WWW. Aber auch diese Aktivitäten finden oftmals auf Seiten von Drittanbietern statt und nicht auf eigenen Websites. Die deutlich gestiegene Anzahl von Bloggern bildet da sicher eine Ausnahme. Laut Wikipedia gibt es etwa 300.000 aktive Blogger in Deutschland. Das mag auf den ersten Blick viel erscheinen. Bei weit über 60.000.000 Internetnutzern in Deutschland sind das aber gerade mal ein Anteil von fünf Promille, die aktiv in eigenen Blogs Inhalte erstellen.

Ich finde, hier muss etwas geschehen. Die Vielfalt im Web ist durch diese Entwicklungen bedroht. Das birgt verschiedene Gefahren. So bestimmen die genannten Monopolisten, welche Informationen wir bekommen.

Und wer kann das ändern? Richtig, nur Du! Du hast es in der Hand, wieder über den Tellerrand von Facebook, Twitter, Google und Co. hinauszuschauen und die Vielfalt des Webs neu zu entdecken. Du hast die Freiheit, in deinen eigenen vier digitalen Wänden eigene Inhalte ins Web zu stellen und deine Gedanken mit Milliarden anderer Menschen zu teilen. Wie das alles geht, wie du dein Web wieder für dich zurückerobern und nutzen kannst, möchte ich dir in diesem Blog zeigen. Viel Spaß beim Lesen und ausprobieren!

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