Wir befragten verschiedene Experten zur Sichtung der Hommingberger Gepardenforelle. Zuerst wollen wir den renommierten Hommingberger Zoologen Baldo Boblin zu Wort kommen lassen, der aufgrund seiner historischen Studien fest davon überzeugt ist, daß an der Sache mit der Hommingberger Gepardenforelle etwas dran ist:
„Dieser Bericht ist hochinteressant! Es handelt sich um den ersten dokumentierten Fall einer Sichtung dieses Tieres aus unserer Zeit. „Aus unserer Zeit? Ja gab es denn schon früher Sichtungen der Hommingberger Gepardenforelle?“ werden Sie sich jetzt fragen. Ja, meine lieben Leser, diese Sichtungen gab es. Bereits im Jahre 15 nach der Vernichtung des EINEN Ringes durch Frodo Beutlin, übrigens ein entfernter Vorfahr von mir, berichtete Carla Boblin, meine Ururgroßmutter, daß sie eines Morgens am Hommingberger See stand, um Wäsche zu waschen, und dabei eine Beobachtung machte, die ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Gerade als sie ihr schönstes Kleid zum Reinigen in den See tauchte, sprang ihr aus dem Wasser ein riesiges Monster entgegen. Es sah aus wie eine Forelle, hatte jedoch ein Fell und war seltsam gefleckt. Doch was Carla am meisten erschreckte, war das Gebrüll dieses Wesens. Es war nicht stumm wie ein Fisch, nein es brüllte wie ein Raubtier. Mit einem kräftigen Haps riß es Carla ihr Kleid aus den Händen und verschwand wieder in den Fluten. Von diesem Tag an bekam Carla panische Angst, wenn sie nur in die Nähe des Hommingberger Sees gehen sollte. Da im Dorf bisher niemand das Untier gesehen hatte, glaubte man ihr nicht und hielt sie fortan für verrückt. Bis - ja bis eines Tages, gut 10 Jahre nach Carlas Begegnung mit der Hommingberger Gepardenforelle, der Hommingberger Bürgermeister verschwunden war. Er kehrte vom Angeln auf dem Hommingberger See nicht mehr zurück. Sofort schossen die Gerüchte ins Kraut. Hatte ein mißgünstiger Zeitgenosse den Bürgermeister aus dem Weg geschafft? Oder hatte ihn gar die Hommingberger Gepardenforelle geholt?
Offiziell glaubte niemand daran, doch im Verborgenen wurde viel gemunkelt. Denn obwohl es niemand zugeben wollte: Seit Carlas Erlebnis hatten alle ein bißchen mehr Respekt vor dem sonst so stillen und ruhigen Hommingberger See. Und dann passierte es! Man fand die Leiche des Hommingberger Bürgermeister auf dem Grund des Sees. Doch was war das für ein Anblick! Der Körper wies Bißspuren wie von einem Raubtier auf. Ein hinzugerufener Experte identifizierte die Bißspuren als die eines Geparden. Zudem fand man unter den Fingernägeln der Leiche Spuren von einem Fell, das dem eines Geparden sehr ähnelte. Doch das ergab keinen Sinn! Im gesamten Auenland gab es keine Geparden, schon gar nicht mitten im Hommingberger See! Für die Bewohner Hommingbergs war augenblicklich klar: Das war das Werk der Hommingberger Gepardenforelle, wie wir das Tier heute nennen. Damals hieß die Hommingberger Gepardenforelle noch „Carlas Forelle“, nach ihrer Entdeckerin. Diese Bezeichnung war sicher nicht ganz ernst gemeint und diente oft genug dazu, Carla zu verspotten. Doch seit dem Tage, als man die Leiche des Bürgermeisters fand, lachte niemand mehr über meine Ururoma Carla Boblin.
Von dieser Stunde an war für uns Hommingberger Bürger klar: Die Hommingberger Gepardenforelle existiert! Und davon sind wir bis zum heutigen Tage überzeugt! Denn all das ist schwarz auf weiß in der Hommingberger Dorfchronik nachzulesen. Dort findet man auch eine Zeichnung der Gepardenforelle, die von Carla persönlich angefertigt wurde. Liebe Leser, urteilen Sie selbst: Beweist dies alles nicht ganz eindeutig die Existenz der Hommingberger Gepardenforelle?“
Soweit der Bericht des Hommingberger Zoologen Baldo Boblin. Doch ist die Existenz der Hommingberger Gepardenforelle wirklich so unumstritten bewiesen, wie Baldo Boblin uns Glauben machen will? Hören wir dazu doch lieber einen weiteren Wissenschaftler, den kritischen Hobbinger Historiker Grimbald, der die Sache völlig anders sieht. Lesen Sie seine Version der Ereignisse!
last modified: 12/23/2007 by DeinWeb