Q: Ich lese immer wieder die Begriffe „Homepage“, „Website“ und „Webseite“. Gibt es einen Unterschied zwischen diesen drei Begriffen, oder bedeuten sie alle dasselbe?
A: Nein, sie bedeuten nicht dasselbe, obwohl sie oft umgangssprachlich synonym verwendet werden. Unter einer „Homepage“ versteht man die Startseite einer Web-Präsenz. Eine „Webseite“ ist streng genommen eine beliebige Einzelseite einer Web-Präsenz, während der englische Begriff „Website“ eine komplette Web-Präsenz bezeichnet. Der englische Begriff für eine einzelne Webseite ist „Webpage“. Für die Gesamtheit einer Web-Präsenz verwende ich gern den deutschen Begriff „Webseiten“, aber auch den umgangssprachlich mittlerweile gebräuchlichen Begriff „Webseite“, da sich der Begriff inzwischen eingebürgert hat.
Q: Wie funktioniert das mit den Webseiten? Wie kommt es überhaupt dazu, daß ich mir die anschauen kann?
A: Im Prinzip ist das ganz einfach. Webseiten liegen in der Regel auf einem sogenannten Webserver. Das ist ein Computer, auf dem ein Programm (der eigentliche Webserver) läuft, das Webseiten im WWW zur Verfügung stellt. Wenn Sie nun eine Webseite in Ihrem Browser über einen URL (Unified Resource Locator) aufrufen, wird diese Anfrage an den Webserver geschickt. Der Webserver sucht die richtige Seite heraus und schickt diese zurück an Ihren Browser, so daß Sie sich die Seite auf Ihrem Computer anschauen können. Ihr Computer, auf dem die Webseite angezeigt wird, wird in diesem Zusammenhang auch oft als Client bezeichnet.
Zusätzlich können mit Webseiten aber auch noch Programme auf Ihrem Computer ausgeführt werden. Dazu bedient man sich oft sogenannter clientseitiger Scriptsprachen, deren Code mitsamt XHTML und CSS vom Server auf den Client, also Ihren Computer, übertragen und dort ausgeführt wird. Dies ist übrigens auch der Grund, warum Webseiten manchmal so gefährlich sind. Wenn Sie nicht aufpassen, kann ein Programm in einer clientseitigen Scriptsprache im Verborgenen auf Ihrem Computer ausgeführt werden und großen Schaden anrichten. Vor allem Windows ist für solche Angriffe anfällig, da die meisten schädlichen Programme, die durch Webseiten ausgeführt werden, für Windows geschrieben sind. Zu den clientseitigen Scriptsprachen gehören z. B. JavaScript und auf Windowssystemen VBScript. Viele schädliche serverseitige Scripte sind in VBScript geschrieben, das nur auf Windowssystemen ausgeführt werden kann. Von JavaScript geht bei weitem keine so große Gefahr aus.
Für den User weniger gefährlich sind Programme, die auf dem Webserver ausgeführt werden und nur ihre Ausgabe an den Client zurückschicken. Diese Vorgehensweise nennt man serverseitig, und sie wird z. B. sehr oft verwendet, wenn der User ein Formular ausfüllen und abschicken soll. Die entsprechenden Programme werden in sogenannten serverseitigen Scriptsprachen geschrieben. Die beliebteste serverseitige Scriptsprache ist PHP.
Q: Was ist XHTML?
A: XHTML ist wie ihr Vorgänger HTML eine statische Auszeichnungssprache, mit deren Hilfe der Inhalt von Webseiten strukturiert wird, z.B. als Überschrift, als Absatz oder als Liste. Der Unterschied zwischen HTML und XHTML besteht nun insbesondere darin, daß HTML auf SGML fußt, während XHTML auf dem wesentlich strenger zu handhabenden XML beruht. Statisch ist XHTML deswegen, weil Webseiten in XHTML nicht beim Aufrufen dynamisch erzeugt werden, wie es z. B. mit PHP möglich ist, sondern fest auf dem Server gespeichert werden. Alle Elemente von XHTML haben eine inhaltliche Bedeutung. Eine Überschrift beispielsweise deutet an, daß dieser Text besonders wichtig ist. Nicht ins XHTML gehören dagegen Gestaltungselemente wie Farbgebung, genaue Positionierung von Elementen, Textgrößen und vieles mehr. Dafür ist CSS zuständig.
Q: Was ist CSS?
A: Mit CSS (Cascading Stylesheets) wird die Gestaltung einer Webseite festgelegt. Dies betrifft z.B. die Positionierung oder Farbgebung der einzelnen Elemente einer Webseite. Wichtig ist dabei, daß dies nur Vorschläge sind und man durch Einstellungen im Browser die Darstellung einer Webseite verändern kann. Dies ist z.B. für Sehbehinderte wichtig, die so eine Schrift vergrößern oder die Farbgebung verändern können. Elemente, die den Inhalt einer Webseite strukturieren, gehören dagegen nicht ins CSS, sondern ins HTML.
Q: Was ist PHP?
A: PHP ist eine sogenannte serverseitige Scriptsprache. Sie wird serverseitig genannt, weil sie nicht auf dem Computer der Person ausgeführt wird, die sich die Webseite anschaut, sondern auf dem Webserver, auf dem die Webseite liegt. Lediglich das Ergebnis des Programms wird als Webseite an den Client zurückgeschickt. XHTML erlaubt lediglich die Darstellung statischer Informationen auf Webseiten. Mit PHP ist es dagegen möglich, Webseiten interaktiv und dynamisch zu gestalten. Erst durch die Verwendung von PHP oder anderer serverseitiger Scriptsprachen sind Anwendungen wie Webchats, Gästebücher, Foren, Webshops oder auch personalisierte Ausgaben von Webseiten möglich. Oftmals braucht man dazu zusätzlich eine Datenbank, um die Informationen, die mit PHP auf Webseiten präsentiert werden, sinnvoll speichern zu können.
Q: Sie reden auf Ihren Seiten nicht von „Webdesign“ und nennen sich nicht „Webdesigner“, obwohl das doch gängige Begriffe sind. Warum nicht?
A: Nun, ich möchte mich von der Masse der „Webdesigner“ abgrenzen, weil ich ein anderes Verständnis von Webseitenerstellung habe, als man es bei „Webdesignern“ in der Regel vorfindet. „Webdesigner“ arbeiten sehr häufig viel mit Grafik. Der Grund ist naheliegend. Natürlich sehen tolle Grafiken und tolle Effekte auf Webseiten auf den ersten Blick schön aus. Aber man sollte dennoch darauf achten, daß Webseiten valide sind, daß sie über Suchmaschinen gut gefunden werden können und daß sie auf jedem System und mit jeder Auflösung problemlos anzuschauen sind. Diese Aspekte vernachlässigen „Webdesigner“ nur allzu oft. Ihre Webseiten sind in vielen Fällen nicht valide, und sie benutzen Elemente wie Flash, JavaScript und andere Dinge. Die die Darstellung der Webseite unabhängig vom System erschweren oder sogar unmöglich machen. Ich dagegen möchte valide Webseiten erstellen, die von Suchmaschinen gut gefunden werden können und unabhängiv vom System darstellbar sind. Warum es so wichtig ist, daß Webseiten valide sind, erkläre ich in dem Abschnitt „Was bedeutet das, wenn man sagt, eine Webseite sei „valide“?“
Q: Warum schreiben Sie Ihre Webseiten mühsam ohne Hilfsmittel von Hand und benutzen nicht, wie viele Laien und sogenannte „Webdesigner“, einen der gängigen HTML-Editoren, mit denen man schnell und komfortabel Webseiten erstellen kann?
A: Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Die gängigen HTML-Editoren beruhen auf dem sogenannten WYSIWYG-Prinzip („What you see is, what you get“). Man kann damit also die verschiedenen Elemente von Webseiten „zusammenklicken“, ohne selbst eine Zeile Code schreiben, geschweige denn XHTML verstanden haben zu müssen. Dies klingt auf den ersten Blick verlockend. Allerdings hat dieses Vorgehen einen entscheidenden Nachteil. Derartige Editoren sind unflexibel. Sie können nur das, was ihnen der Programmierer vorgegeben hat. Webseiten, die mit solchen Editoren erstellt sind, halten sich daher oftmals nicht an festgelegte Standards, die die weitestgehend gleiche Darstellung von Webseiten unabhängig vom System gewährleisten sollen. Webseiten, die diese Standards einhalten, nennt man auch „valide“. Webseiten, die mit WYSIWYG-Editoren erstellt wurden, sind in den allermeisten Fällen nicht valide. Dies führt dazu, daß die gleichartige Darstellung von Webseiten unabhängig vom System nicht gewährleistet ist. Darüber hinaus sind solche Webseiten oftmals mit unnötigen Elementen überladen, was sich negativ auf die Ladezeiten auswirkt. Last but not least bekommen WYSIWYG-Editoren die Trennung zwischen Inhalt und Gestaltung in den meisten Fällen allenfalls völlig unzureichend hin. Dies erschwert die Wartung und Aktualisierung von Webseiten ungemein.
Allerdings muß man erwähnen, daß es durchaus sinnvolle Hilfsmittel gibt, um die Arbeit an Webseite zu erleichtern. Dazu zählen unter anderem einige sogenannte Content-Management-Systeme (CMS). Diese webbasierten Programme tragen dazu bei, daß sich der Webautor ganz auf die Inhalte der Webseite konzentrieren kann. Einige dieser Systeme erlauben durch entsprechende Designvorlagen, sogenannte Templates, mittlerweile auch die Erstellung valider und barrierefreier Webseiten auf einfachste Art und Weise. Jedoch ist es ohne größeren Aufwand meist nicht möglich, individuelle Designs umzusetzen. Auch die Umsetzung dynamischer Webseiten ist nur eingeschränkt möglich. Last but noch least gelten viele CMS als nicht sicher. Dennoch bietet DeinWeb auch den Einsatz eines CMS an und empfiehlt Website Baker, ein leicht zu bedienendes, flexibles und sicheres CMS.
Q: Was bedeutet das, wenn man sagt, eine Webseite sei „valide“?
A: Wenn man sagt, daß man Webseiten in validem XHTML und CSS schreibt, so wird damit zum Ausdruck gebracht, daß man sich an die Standards des W3C-Konsortiums hält. Diese Vereinigung ist für die Entwicklung von Standards für die Erstellung von Webseiten zuständig. Das W3C-Konsortium hat nun auch Standards für XHTML und CSS festgelegt, die die weitestgehend einheitliche Darstellung von Webseiten unabhängig vom Betriebssystem, vom Browser und von der Auflösung garantieren sollen. Dies klappt natürlich nicht immer, da sich nicht alle Browser an diese Standards halten. Aber mit der Einhaltung solcher Richtlinien bei der Erstellung von Webseiten in XHTML und CSS können Sie schon viel dafür tun, Ihre Webseiten für alle darstellbar zu machen. Webseiten, die sich an die Standards des W3C-Konsortiums halten, nennt man daher auch „valide“.
Es gibt verschiedene Abstufungen der Validität. Dabei muß man zwischen der (X)HTML-Version und dem Grad der Trennung von Inhalt und Gestaltung unterscheiden. Ganz alte valide Webseiten sind noch in HTML 4.0 oder 4.01 geschrieben. Neuere valide Webseiten halten sich in der Regel an die Standards für valides XHTML 1.0. In seltenen Fällen findet man auch Webseiten, die bereits XHTML 1.1 als Standard verwenden. In der Regel wird jedoch XHTML 1.0 empfohlen. Als neuer Standard soll HTML 5 verabschiedet werden, nachdem das W3C die Arbeiten an XHTML 2.0 eingestellt hat. HTML 5 ist mit XML kombinierbar.
Das W3C-Konsortium unterscheidet darüber hinaus die beiden Standards „Transitional“ und „Strict“. Es gibt auch noch den Standard „Frameset“, die aber m. E. keine große Rolle mehr spielt und auf die ich daher hier nicht eingehen möchte
Wenn Webseiten gemäß dem Transitional-Standard geschrieben sind, so sind dabei noch Elemente und Attribute erlaubt, die in früheren HTML-Versionen gültig waren, heute aber als veraltet gelten müssen, auch wenn sie in einigen Varianten von XHTML 1.0 immer noch gültig sind. Dies betrifft vor allem die Trennung von Inhalt (HTML) und Gestaltung (CSS), die beim Transitional-Standard nicht so streng einzuhalten ist, aber auch Elemente wie „applet“. Gibt man dagegen an, daß eine Webseite dem Standard „Strict“ genügen soll, so muß man diese Trennung von Inhalt und Gestaltung in HTML und CSS sehr genau durchführen und darf veraltete Elemente aus früheren HTML-Versionen nicht mehr verwenden.
Q: An welchen dieser Standards sollte man sich nun halten?
A: Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Ich bin der Meinung, daß man von der Verwendung von HTML 4.01 als Standard Abstand nehmen sollte. Zwar kann man auch mit HTML 4.01 valide und barrierefreie Webseiten schreiben. Jedoch ist HTML meiner Meinung nach für Anfänger schwerer zu Erlernen als XHTML, denn es enthält insbesondere bei der Frage, was erlaubt ist, etliche Widersprüche. Zudem zwingt die XML-Orientierung von XHTML Webautoren dazu, wesentlich exakter zu arbeiten als mit HTML. Da das W3C XHTML bereits seit längerer Zeit zum Standard erhoben hat ist es meiner Meinung nach sinnvoll, valide Webseiten ausschließlich in XHTML zu schreiben. Gestaltungselemente sollten darüber hinaus mittlerweile ausschließlich in CSS vorkommen und nicht mehr im HTML-Teil einer Webseite (auch wenn XHTML 1.0 in der Transitional-Variante dies selbst noch nicht konsequent durchhält). Zudem finde ich das Nebeneinander verschiedener Standards problematisch. Zwar besteht vermutlich keine Gefahr, daß die Browser in näherer Zukunft Webseiten, die sich an HTML 4.01 orientieren, nicht mehr anzeigen können. Dafür gibt es viel zu viele alte Webseiten, die sich nicht an die neuen Standards halten. Aber dennoch sollte man meiner Meinung nach im Sinne einer modernen Webseitengestaltung ausschließlich XHTML verwenden. Die Tatsache, daß täglich Unmengen von Webseiten im WWW dazukommen, die veraltete Technologien verwenden, trägt nicht gerade dazu bei, das WWW zukunftsorientiert zu gestalten. Meiner Meinung nach macht die immer weitere Ansammlung von gültigen Standards im WWW keinen Sinn. Dem kann man nur entgegenwirken, indem man selbst Webseiten mithilfe moderner Technologien erstellt. Letztlich aber bleibt die Entscheidung, ob man HTML oder XHTML verwendet, eine Glaubens- und Geschmacksfrage.
Die Frage, ob eine Webseite in XHTML Transitional oder XHTML Strict zu schreiben ist, ist noch komplexer. Praktisch ist es nämlich so, daß überwiegend der Transitional-Standard verwendet wird, auch wenn die jeweiligen Webautoren bereit XHTML 1.0 und nicht mehr HTML 4.01 verwenden. Daraus könnte man schließen, daß XHTML Transitional völlig ausreichend ist. Meiner Meinung nach ist diese gängige Praxis jedoch problematisch. Die Verwendung von XHTML Transitional führt nämlich dazu, daß Webautoren es mit der Trennung von Inhalt und Gestaltung in HTML und CSS nicht so genau nehmen müssen. So landen nach wie vor häufig Angaben über Farben, Schrifttypen u. ä. im HTML und nicht im CSS. Dies kann fatale Folgen haben, wenn man z.B. eine Webseite barrierefrei gestalten möchte. Angaben über Schrifttypen, Farben und andere Gestaltungselemente, die im HTML und nicht im CSS auftauchen, berauben die entsprechende Webseite ihrer Barrierefreiheit. Aber auch unabhängig von diesen Problemen gibt es absolut keinen Grund, die strikte Trennung von Inhalt und Gestaltung, wie sie XHTML Strict vorschreibt, aufzuweichen, indem man den Transitional-Standard verwendet. Es ist keineswegs so, daß man auf Gestaltungsmöglichkeiten verzichtet, wenn man von der Verwendung gestalterischer Elemente im HTML absieht, denn für jedes gestalterische HTML-Element gibt es eine Entsprechung in CSS. Im Gegenteil: CSS bietet wesentlich mehr und wesentlich bessere Gestaltungsmöglichkeiten, als es die veralteten Gestaltungselemente von HTML boten. Den m. E. einzigen großen Nachteil von XHTML 1.0 Strict, nämlich daß XHTML 1.0 Strict das Öffnen einer verlinkten Seite in einem neuen Fenster nicht mehr erlaubt, kann man m. E. dafür in Kauf nehmen. Wird diese Funktionalität wirklich einmal benötigt, kann man für die betroffene Einzelseite immer noch auf die Transitional-Variante ausweichen. In allen anderen Fällen ist das unnötig. Daher ist eigentlich nur ein Schluß zulässig:
Moderne, zukunftsorientierte Webseiten sollten in XHTML 1.0 Strict unter der Verwendung von CSS zur strikten Trennung von Inhalt und Gestaltung geschrieben sein!
Vorsicht sollte man lediglich bei der Verwendung einiger CSS-Elemente aus CSS 2 und vor allem aus CSS 3 walten lassen. CSS 2 wird zwar von den Browsern immer besser unterstützt, aber nicht alle CSS-2--Elemente funktionieren schon auf allen Browsern. Einige Elemente werden zwar unterstützt. Elemente aus CSS 1 werden dagegen von den meisten Browsern weitestgehend korrekt unterstützt. Im Zweifelsfalle sollte man sich vor der Verwendung eines Elements aus CSS 2 kundig machen, ob dieses auch von gängigen Browsern unterstützt wird und welche Alternativen es eventuell gibt. Natürlich gilt dies um so mehr für CSS 3, das auch noch kein Standard ist.
Ein Ausblick auf die Zukunft für valide Webseiten
Für Ende 2005 war geplant, XHTML 2.0 als Standard für valide Webseiten zu verabschieden. Es kam jedoch in der Entwurfsphase von XHTML 2.0 zu einem Streit innerhalb des W3C, woraus eine neue Vereinigung entstand, die unter anderem aus ehemaligen W3C-Mitgliedern besteht und sich Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG) nennt. Die WHATWG arbeitete statt an XHTML 2.0 an HTML 5, das sich von der Konzeption her in wesentlichen Punkten von XHTML 2.0 unterscheidet. Einige Zeit sah es so aus, als ob sich zwei konkurrierende Standards entwickeln würden, was ein fatales Chaos zur Folge gehabt hätte. Zum Glück erarbeiten W3C und WHATWG aber mittlerweile einen neuen gemeinsamen Standard HTML 5. Die Arbeit an XHTML 2.0 ist eingestellt. Teilweise wird jetzt schon empfohlen, auf HTML 5 umzusteigen, aber es ist noch keine Empfehlung des W3C und somit noch kein Standard.
Q: Aber viele nicht valide Webseiten, die mit solchen Editoren erstellt sind, sehen doch auf dem Internet Explorer gut aus. Und der ist ja schließlich der meistgenutzte Browser. Warum sollte man sich also noch die Mühe machen, Webseiten von Hand und valide zu schreiben? Ist das nicht unnötiger Aufwand?
A: Nein, der Aufwand ist nicht unnötig und auch nicht höher als bei der Verwendung eines Editors. Im Gegenteil: Valide Webseiten zu schreiben, ist auf Dauer zeitsparender als die Verwendung eines Editors. Aber dazu später mehr.
Zunächst einmal möchte ich die allgemeine Behauptung, der Internet Explorer sei der am häufigsten verwendete Browser, in Frage stellen. Natürlich gibt es jede Menge Browserstatistiken, die genau das behaupten. Und wenn man alle User im WWW zusammenfaßt, so mag dies vielleicht sogar stimmen. Aber genau diese Zusammenfassung macht meiner Ansicht nach keinen Sinn. Webseitenbesucher sind keine einheitliche Gruppe. Verschiedene Webseiten haben verschiedene Zielgruppen. So ist eine Webseite, die sich mit Fragen zur Administration von Linux-Betriebssystemen befaßt, vor allem für professionelle Linux-Administratoren interessant. Und Linux-Administratoren benutzen in der Regel auch privat kein Windows als Betriebssystem, sondern Linux. Folglich werden sie auch mit einem Browser unter Linux auf die entsprechende Webseite gehen. Im Extremfall werden sie dies sogar mit einem reinen Textbrowser tun, z.B. mit Lynx, da man sich damit das Laden von Bildern spart und mitunter wesentlich schneller an Informationen kommt. Eine für den Internet Explorer optimierte Webseite kann von einer solchen Benutzergruppe eventuell nicht besucht werden und wird von ihr daher links liegen gelassen.
Es gibt aber noch wesentlich mehr Gründe, warum Webseiten in validem XHTML 1.0 Strict mit validem CSS geschrieben sein sollten und nicht nur für einen Browser, meist den Internet Explorer, optimiert sein sollten, und warum daher die Verwendung von WYSIWYG-Editoren schlecht ist:
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